Montag, 4. März 2013

Geschichten hören!

Viele Kinder haben den auditiven Wahrnehmungskanal (hören) nicht gut zur Verfügung. Das heisst nicht, dass die Kinder nicht gut hören im medizinischen Sinne. Sie haben oft Mühe, sich Gehörtes zu merken oder beim Diktat, wenn sie den Lehrer nicht sehen und vieles mehr.

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass viele Kinder schon von Kleinkindalter an, TV schauen.
Die laufenden Bilder erklären die Geschichte von selber und Kind muss gar nicht mehr richtig zuhören. Auf jeden Fall ist es nicht dasselbe, wie ein Hörbuch zu hören. Da kommt oft noch ein weiteres Defizit dazu: Eigene Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

Wir kennen das sicher alle: Wir lesen ein tolles Buch und später, wenn wir den Film sehen, sind wir masslos enttäuscht. Umgekehrt kann es natürlich auch so sein. Hat man den Film gesehen, können viele Teile im Buch nicht mehr mit eigener Fantasie besetzt werden.
Schlimm finde ich, wenn Kinder Horrorfilme schauen. Das sind Bilder, die für immer im Kopf bleiben und da nicht hingehören. So, fertig moralgepredigt.....

Ich möchte euch eine Homepage vorstellen:
www.ohrka.de  - das hochwertige Hörportal für Kinder

Gemeinnützig. Kostenlos. Werbefrei.
Mit ohrka.de wollen wir Kinder ab 5 Jahren fürs Zuhören begeistern und ihnen erstmals in Deutschland eine umfangreiche Sammlung von hochwertig produzierten Hörspielen, Geschichten und Reportagen zur Verfügung stellen. Und das kostenlos und werbefrei, jederzeit und überall. In unserem Tonstudio haben wir zum Beispiel mit Anke Engelke, Oliver Rohrbeck und David Nathan Hörbücher aufgenommen, sowohl Kinderbuch-Klassiker in einer für Ohrka.de bearbeiteten Fassung als auch völlig neue Geschichten.
Viel Spass beim Zuhören! Ich habe mit "Till Eulenspiegel" begonnen.



Kommentare:

erziehung-kreativ hat gesagt…

Hallo Gabriela,
danke für den Tipp. Ich werde es mir auf jeden Fall ansehen.
Möglicherweise ist da auch etwas Geeignetes für uns, denn mein Kind gehört zu denen, die das Hinhören trainieren müssen.
Übrigens ist die Erklärung mit dem zu viel Fernsehen durchaus interessant, dennoch denke ich, dass falls Eltern bemerken, dass ihr Kind auf "Gehörtes" nicht so reagiert, wie es sollte, sie dennoch Klärung suchen sollten und es nicht auf den Fernseher schieben sollten. Manchmal gibt es wirklich wichtige Gründe, warum sich ein Kind visuell eher ansprechen lässt, als akustisch. (Mehr darüber bald in meinem Blog)
Andererseits finde ich selbst dann das gemeinsame Lesen von Büchern sehr wichtig - auf jeden Fall wichtiger als das gemeinsame Fernsehen ;)
Herzliche Grüße aus Wien
Dita

Gabriela hat gesagt…

Hallo Dita, Danke für Deinen Beitrag. Natürlich muss zuerst abgeklärt werden, ob ein medizinischer Grund vorliegt. Wenn nicht, werden auch die veränderten Umweltbedingungen als mögliche Gründe angesehen. Allgemein weniger Hörerlebnisse, z.Bsp. da viele Kinder ausschliesslich mit dem Auto chauffiert werden. Wo findet man noch wirklich Ruhe?
Wann halten wir inne und lauschen auf das was wir hören? usw.
Dann kommt natürlich auch der individuelle Lerntyp des Kindes zum Tragen. Die Liste wäre immer noch zu erweitern.... Herzliche Grüsse Gabriela